Gemeinsam mit Vertreter*innen der AWO standen die praktischen Erfahrungen mit der Profilrelevanten Kraft im Mittelpunkt. „Für uns als Träger ist entscheidend, wie wir Kitas langfristig gut aufstellen. ProKi zeigt, dass multiprofessionelle Teams ein wichtiger Baustein sein können, um Qualität und Betreuung zu sichern“, betonte Michael Scheffler, Vorsitzender der AWO NRW.
Die Einrichtung ist eine von mehreren Kitas der vier Bezirksverbände der AWO in Nordrhein-Westfalen, die im Rahmen des Projekts multiprofessionelle Teams erproben: Neben pädagogischen Fachkräften arbeiten sogenannte Profilrelevante Kräfte mit spezifischen beruflichen Qualifikationen, etwa aus Handwerk, Musik oder Naturwissenschaften, fest im Team mit.
Neue Impulse im Kita-Alltag sichtbar
Im Fokus des Besuchs standen die konkreten Veränderungen im Kita-Alltag. Die Profilrelevante Kraft bringt gezielt eigene Kompetenzen ein und erweitert so die Bildungsangebote, während pädagogische Fachkräfte entlastet werden. Die Acker-Kita Hirschberg wird seit April durch einen Gärtnerei-Meister mit Spezialisierung auf Gemüseanbau bereichert, der mit den Kindern viele Projekte rund um Natur und Ernährung plant. Mit der Gründung eines „Acker-Clubs“ startet die Kita nun gemeinsam mit den Kindern in die Bepflanzung ihres Kita-eigenen Ackers.
„Wir gewinnen nicht nur zusätzliche Unterstützung, sondern neue fachliche Perspektiven im Team. Unsere ProKi-Kraft bringt viel Wissen und Motivation in unserem Schwerpunktbereich mit. Dadurch können wir Aufgaben anders verteilen und uns stärker auf die pädagogische Arbeit mit den Kindern konzentrieren“, erklärte die Einrichtungsleitung Katja Wette.
Unterschiedliche Perspektiven auf ein gemeinsames Ziel
Staatssekretär Lorenz Bahr, hob die Bedeutung des Ansatzes hervor:
„Die Landesregierung möchte eine verlässliche und hochwertige frühkindliche Bildung in den nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen ermöglichen und fördern, damit Kinder ihre Talente und Stärken entdecken und entfalten können. ProKi erprobt dafür neue Formen der Zusammenarbeit im Team.“
Die wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Projekts erfolgt durch das Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen. Untersucht wird unter anderem, wie sich der Einsatz der zusätzlichen Kräfte auf Bildungsqualität, Teamarbeit und Fachkräftebindung auswirkt.
Franziska Myszor von der Sozialstiftung NRW betonte dabei die übergeordnete Bedeutung des Modellprojektes:
„Uns ist wichtig, Projekte zu fördern, die über den Einzelfall hinaus wirken. ProKi liefert Erkenntnisse, die für die Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung insgesamt relevant sind.“
Hintergrund: Modellprojekt mit landesweiter Bedeutung
Das Projekt läuft von Oktober 2025 bis September 2028 und soll belastbare Erkenntnisse darüber liefern, wie multiprofessionelle Teams in Kitas sinnvoll eingesetzt werden können und Profilrelevante Kräfte mit einem Abschluss auf Meister oder Bachelor-Niveau den Kita Alltag bereichern. Ziel ist es, sowohl die Qualität der frühkindlichen Bildung zu stärken als auch pädagogische Fachkräfte nachhaltig zu entlasten.
Das Projekt wird vom Institut für Forschung und Transfer in Kindheit und Familie (foki) der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen evaluiert.
Die Sozialstiftung NRW fördert das Projekt mit rund 700.000 €, das MKJFGFI mit 200.000 €. Die AWO in NRW erbringt einen Eigenanteil.
Die Umsetzung erfolgt durch die vier Bezirksverbände der AWO in Nordrhein-Westfalen.
Über die AWO KiTa Hirschberg
Hauptschwerpunkt der Kita Hirschberg ist die gesunde Ernährung. Daher ist sie neben der Modellkita „ProKi“ auch ausgezeichnete Acker-Kita. Bei der pädagogischen Ackerarbeit erlernen die Kinder in der Praxis so alles Wichtige rund um den Gemüseanbau. Darüber hinaus ist sie zertifizierte Kita mit Biss und Haus der kleinen Forscher. Außerdem bereichert die Kooperation mit dem Justizvollzugskrankenhaus das pädagogische Profil durch gemeinsame Projekte und soziale Lerngelegenheiten. Träger der Kita-Hirschberg ist die Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems, zugehörig zum AWO Bezirksverband Westliches Westfalen e.V.
Kontakt:
Solveig Velte, Projektleitung „ProKi – Profilrelevante Kräfte stärken Kitas“ (AWO Bezirksverband Mittelrhein e. V.)
Mobil: 015155672413
Email: proki@awo-mittelrhein.de
Katrin Mormann- Pressesprecherin AWO NRW
Mobil: 015207593106
E-Mail: katrin.mormann@awo-ww.de
Nele Butschkau – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des AWO Unterbezirk Ruhr-Lippe-Ems
Telefonnr.: 02307 91221-131
E-Mail: butschkau@awo-rle.de